Blutegel

Haben Sie eine Thrombose oder Krampfadern? Ist Ihr Blut zu dick und sind Sie gefährdet einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu bekommen?  Haben Sie Gelenkbeschwerden? Dann sind Sie hier richtig!

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Blutegel – kleine Freunde der Naturheilkunde

Es gibt ca. 300 verschiedene Arten von Blutegeln, aber heute spricht man nur vom Medizin. Blutegel – Hirudinea medicinalis
Meine Damen und Herren, wer von Ihnen wurde schon in der Jugend von einem Blutegel gebissen? Die älteren unter Ihnen kennen es bestimmt noch!
Wie war das für Sie? Eklig, schmerzhaft?
Nun, ich möchte Ihnen heute etwas von diesem Ekel nehmen! Für mich sind diese kleinen Ringelwürmer heute „pflegeleichte Haustiere“ und wunderbare Helfer in der Praxis.
Warum finden wir heute in der Natur nicht mehr so viele B. wie früher?
Nun, der B. lebt vorwiegend in sauberem, kalkarmen Süßwasser, z.B. in Teichen, Seen , Sümpfen, das wir heute kaum mehr finden.
Für seine Fortpflanzung ist es noch wichtig, dass Wirbeltiere ans Wasser kommen ( Vögel, Säugetiere)
Der B. ist verwandt mit unserem Regenwurm, kann zwar nicht weiterleben, wenn er geteilt wird, aber er ist wie dieser auch ein Zwitter, d.h. er kann, wenn er geschlechtsreif ist, einen anderen Egel befruchten und gleichzeitig auch befruchtet werden.( also hat männl. und weibl. Geschlechtsorgane).
Von Juni bis August findet die gegenseitige Befruchtung statt. Danach gräbt der B. eine Höhle in die feuchte Ufererde, legt dort eichelgroße Kokons ab mit 5 – 30 Eiern.
Zwischen Befruchtung und Eiablage vergehen 1 – 9 Monate je nach Temperatur und Ernährungszustand des B.
Ein B. kann im Abstand von 10 Tagen ca. 8 Kokons ablegen. Das sind dann ca. 40 – 240 Eier!

6 Wochen später schlüpfen die jungen B. Sie sind ca. 10-20mm lang (1 -2mm breit) und wiegen 70 mg.(Ausgewachsen ist er 22 cm lang und wiegt 35 g.)
Sie werden von ihren Eltern nicht versorgt (Rabeneltern), sind auf sich selbst angewiesen.
In Gefangenschaft können sie über 20 Jahre alt werden.
Viele B. werden heute gezüchtet, aber es gibt auch in freier Wildbahn welche, v. a. in der Türkei, Kroatien, Nordafrika und anderen Ländern .
Wie sieht so ein B. aus?
Die abgeflachte Bauchseite ist grün-gelblich, manchmal schwarz gefleckt. Der Rücken ist stark gemustert in Braun-, Grün-, Schwarztönen und ist in Ringe gegliedert. Seine Form ist sehr wandlungsfähig. Er kann sich wie ein Wurm bewegen, sich zusammenziehen, mit den Saugnäpfen vorne und hinten festhaltend und (zwar ohne Füße) aber nach Art einer Spanner- Raupe vorwärts bewegen.
Durchs Wasser schlängelt er sich wie ein Delphin.
Kopf und Hinterteil sind nur zu unterscheiden, wenn er sich lang gestreckt hat. Der Kopf ist etwas kleiner als der Hintern (wie bei uns auch!) Vorne und hinten befinden sich Saugnäpfe, sie dienen v. a. zum Festhalten. Vorne befindet sich der Mund mit 3 kleinen Kiefern, die strahlenförmig angeordnet sind (100 Kalkzähnchen haben).

Blutegel besitzen kein Gehirn, nur Nervenringe, Berührungsrezeptoren und einige Augenpunkte, trotzdem sind sie sehr empfindlich. Sie mögen kein grelles Licht, keine lauten Geräusche und keine Hektik. Sie beißen dann nicht. B. haben auch keine Lunge, sondern atmen über die Haut. Sie nehmen dazu den im Wasser gelösten Sauerstoff auf.
B. häuten sich sehr oft (evt. täglich) und streifen ihre alte Haut an kantigen Steinen ab. In dieser Zeit sind sie sehr schlapp, liegen am Grund des Gewässers. Gelingt es ihnen nicht, ihre Haut abzustreifen, so werden sie immer matter und sterben. Sie sehen dann nur noch grau aus.

Wovon lebt ein Blutegel?
Nun, B. können zunächst einmal bis zu 2 Jahre ohne Nahrung auskommen! Toll, wenn wir das auch könnten!
Junge B. ernähren sich vom Blut der Kaulquappen, Fische, Frösche (Wechselwarme Tiere, d. h. sie können sich nicht an z. B. kalte Temperatur anpassen und müssen dann eine Winter-
ruhe einlegen).
Für ihre Fortpflanzung ist aber das Blut von Warmblütern wichtig (Säugetiere, Vögel, Mensch).

Ein B. nimmt mit einer Mahlzeit Blut das 10 fache seines Gewichtes auf. Er speichert das Blut dann in seinem dehnbaren Darm in 10 Paar Blindsäcken .Die Säcke füllen sich so stark, dass der Körper unförmig anschwillt. Manchmal säuft er auch zuviel, was ihm dann wieder zum Verhängnis wird ( er spuckt Blut und geht ein).

Wie geht das Saugen nun vor sich?
Hat der B. sein Opfer gefunden, so hält er sich mit dem hinteren Saugnapf fest, der Kopf sucht eine geeignete Stelle, wo Blutgefäße oberflächlich liegen und beißt zu.
Der Biss ist kaum schmerzhaft, die Patienten beschreiben es eher als einen Insektenstich.
Kurz darauf tritt ein leichtes Brennen auf, vergleichbar mit dem Brennen einer Brenn- Nessel. Dies tritt öfters auf.

Interessant ist nun, dass der B. nicht nur Blut heraus saugt , sondern viel wichtiger, noch zahlreiche Stoffe ( Sekrete ) ins Blut ( in die Wunde ) abgibt.
Um die Nahrung zu konzentrieren, (der B. verwertet nur die festen Blutbestandteile), wird das Blutwasser während des Fressens über die Haut abgegeben und schützt so den Egel vor dem Austrocknen.
Was denken die Patienten dann, wenn etwas am Rücken herunter läuft?
Es würde bluten oder der Egel geht spazieren!
Nach ca. 1 Std. ist der B. satt und lässt von alleine los. Er hat etwa 6 ml Blut gesaugt.
Der Patient erhält einen sterilen Verband, die Nachblutung beträgt pro Egel ca. 20 ml Blut. Abends wird nochmals nach der Wunde geschaut und frisch verbunden.

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Der B. ist nach so einer Mahlzeit sehr träge, ist erst nach 1 Woche wieder zu Schwimmbewegungen fähig und beißt frühestens nach 8 Monaten wieder zu.
Nun, gebrauchte Blutegel können in den Rentnerteich zurückgeschickt werden oder müssen leider vernichtet werden. Aussetzen in den Bach ist allerdings verboten.

Sekrete, die der Blutegel abgibt und deren Wirkung

• Hyaluronidase, ein Enzym, d. h. ein Katalysator, der den Lymphfluss beschleunigt und ähnlich wie unser Histamin wirkt, nämlich es erweitert die Blutgefäße im Körper und verursacht eine leichte Rötung um die Wunde.Evt. kommt durch sie auch eine Schmerzminderung zu Stande.
• Hirudin , ist der 2. wichtigste Stoff. Er hemmt die Blutgerinnung lokal, sonst würde unser Körper die Wunde ja sofort verschließen. ( einige von Ihnen kennen bestimmt die Hiruduid-Salbe, welche bei Blutergüssen aufgetragen wird, damit er sich schneller abbaut. Diese Substanz wird aus tiefgefrorenen B. isoliert. Sie wirkt nur halb so gut, wie wenn sie den Egel direkt auf den Erguss setzen.
• Calin wirkt im ganzen Körper gerinnungshemmend und bewirkt so die lange Nachblutung der Wunde.
• Bdelline hemmen ebenfalls die Gerinnung.
• Egline hemmen die Gerinnung und wirken gegen die Entzündung.
• Piyavit-Destabilase löst Fibrinfäden auf, d. h. Verklumpungen im Blut.
• Kollagenase verhindert die Verklumpung der Blutplättchen
• Apyrase wirkt ebenso
• Decorsin verhindert die Bindung der Blutplättchen an das Fibrinogen, einen Blutgerinnungsfaktor.
• Antistasin verhindert eine Verklumpung und wirkt antimetastatisch
• Ghilantene ebenso.
• Einige andere Stoffe finden sich auch noch im Speichelsekret.

Der Aeromonas hydrophila ist ein Darmsymbiont des B. Er produziert Antibiotika und ist für den B. zur Blutverwertung unbedingt notwendig.
(Wird der B. gewaltsam weggerissen, so kann er diesen Symbiont mit dem Blut in die Wunde erbrechen und sie infiziert sich.).

Lokale Wirkung des Sekretes (direkt um die Biss-stelle herum):
• Hemmung der Blutgerinnung

• Beschleunigung des Lymphstroms

• Verbesserung der Gewebe-Durchblutung

• Lösen von Gefäßkrämpfen

• Schmerzlinderung

• Anregung des Immunsystems

Systemische Wirkung ( im ganzen Körper):
• Hemmung von Entzündungen

• Verhinderung von Blutstauungen

• Auflösung von Blutgerinnseln (Thromben)

• Steigerung der Fließfähigkeit des Blutes

• Verbesserung der Sauerstoffversorgung (Hämatokrit)

• Entlastung des Systems (Verbesserter Abtransport d. Schlacken )

• Stärkung der Abwehrreaktion

Wann dürfen Blutegel nicht angesetzt werden?

• Bluterkrankheit ( Hämophilie)

• Patienten mit Marcumar, ASS (bedingt)

• Patienten mit Wundheilungsstörungen ( Diabetes bedingt)

• Bei vorliegender starker Allergiebereitschaft

• Bei Anämie

• Bei geschwächten alten oder untergewichtigen Menschen

Nebenwirkungen / unerwünschte Reaktionen

• Rötungen und Juckreiz um die Wunde herum

Geschichtlicher Rückblick der Blutegel

200 v. Chr. Blutegel eingesetzt zur Therapie v. Entzünd., Fieber, Schmerz
In Indien noch früher!

150 n. Chr. In Italien durch Galen (Leibarzt d. Kaisers Marc Aurel) ein-
geführt.

1650 erstmals in Deutschland benützt.

Im 19.Jhd. Vampirismus Blutegel wurden in den Krankenhäusern bei
jeder Erkrankung eingesetzt, die Patienten bekamen ca.
30 – 80 Blutegel angesetzt.
In Frankreich wurden in dieser Zeit jährlich 100 Millionen
B. verbraucht. Deutschland 30 Mill. und Export 30 Mill.(USA)

Heute im Vergleich werden etwa 400.000 B. verbraucht.

1920 erlebten die Blutegel weltweit eine Renaissance.(Aschner, Wien)

Seit 1960 werden sie auch in der Transplantationsmedizin verwendet
( v. a. bei wieder angenähten Gliedmaßen)

Einsatzgebiete in der Naturheilpraxis:
• Begleittherapie bei Erk. mit Durchblut.stör.

• Entzündungen aller Art
Schleimbeutel, Venen, Gelenk, Sehnenscheiden, Mandeln, Mittelohr, Abszess.

• Schmerzen
Arthrose, Thrombose, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Bandscheibe

• Tinnitus
Ohrgeräusche

• Bluthochdruck

• Sportverletzungen
Muskelfaserrisse, Prellungen, Zerrungen, Blutergüsse, Wadenkrämpfe

Vorbeugend bei:
• Schlaganfall

• Herzinfarkt