Wildpflanzen – essbare „Unkräuter“ oder Beikräuter

Ärgern Sie sich nicht über den Giersch im Garten, fangen Sie an, ihn zu essen!
Unkraut hat viele nützliche Aspekte und kann von ungedüngten Wiesen ruhig genascht werden.

Was sind Wildpflanzen?

Pflanzen in Wiesen und Gärten, die man gemeinhin vielleicht als Unkraut bezeichnet. Das bekannteste ist wohl der Löwenzahn!
Wissen Sie, dass man sowohl Löwenzahn als auch Gänseblümchen essen kann? Viele Wildpflanzen kann man essen – mit wenigen Ausnahmen!

Gepflückt werden sie von Hand oder mit der Schere geschnitten. Kräuter kurz mit kaltem Wasser abwaschen und bald verzehren – im Salat, als Mixgetränk(sogenannte Smoothies) als Tee, als Tinktur in Alkohol angesetzt, im Schafjoghurt zu Kartoffeln oder einfach nur auf das Butterbrot.

Warum Wildkräuter essen?
Sie sind gesünder als kultivierte Pflanzen und haben oft einen höheren Vitamin- und Mineraliengehalt als diese.
Sie können ungekocht verzehrt werden.
Wildpflanzen machen satt, weil sie viele hochwertige pflanzliche Eiweiße enthalten. Denken Sie nur an die vor Kraft strotzenden Rinder oder Elefanten – sie sind alle Pflanzenfresser!
Und Wildpflanzen kosten nichts – sie sind gratis!

Ein kleines – allerdings herbstliches – Gedicht von Heinz Erhard über den Löwenzahn lässt uns auf die Wildkräuter einstimmen:
„Löwenzahn ist schon von jeher als höchst kriegerisch verschrien,
denn er lässt bei gutem Winde

Fallschirmtruppen feindwärts ziehn. Und ich sitz auf der Veranda
Und verzehre meine Suppe
Und entdecke in derselben

Zwei Versprengte dieser Truppe!“

Der Löwenzahn(Blatt u. junge Knospe essbar) spricht körperlich alle Verdauungsorgane an(zwischen 23.00 und 3.00 Uhr nachts arbeiten Leber/ Gallenblase auf Höchststufe).
Gegessen werden jetzt frisch die zarten Blättchen.
Entscheidend von den Inhaltsstoffen beim Löwenzahn sind die Bitterstoffe – sie sorgen dafür, dass es der Leber gut geht.

Löwenzahn enthält auch Kalium und Natrium, das für die Zellen und den Zellzwischenraum wichtig ist.
Für die Nieren wirkt er harntreibend.
Für die Haut ist er die Pflanze der Zell-Entgiftung und somit zur Blutreinigung hervorragend geeignet.

Auf der energetischen Ebene hilft der Löwenzahn, sich dem Leben zu öffnen Wissen zu erweitern, Wut(Leber-Thema) loszulassen, sich immer wieder anzupassen. Er löst einen erstarrten Geist und Körper, entstaut und gibt neue Lebenskraft. Er hilft auch, uns selbst zu lieben.

Die Brennnessel(obere junge Triebe jetzt gut essbar) hat einen Bezug zu den Nieren und zur Prostata und enthält

Kalium sowie reichlich Silizium, das fürs Bindegewebe und Haut gut ist. Mit dem Eisengehalt hat sie auch einen Bezug zum Blut.
Allerdings enthält sie auch Histamin, das Allergien verstärken kann. Sie beinhaltet aber auch das Serotonin, ein Glückshormon.

Im körperlichen Bereich sind es die stickstoffhaltigen Abbauprodukte unserer eiweißreichen Ernährung – die Harnsäure- der die Brennnessel „an den Kragen“ geht, z.B. bei Gicht, schmerzhaften Gelenken. Sie wirkt auch hervorragend gegen die Frühjahrsmüdigkeit.

Die Brennnessel bringt wie eine Trommel unsere Zellen zum Vibrieren, damit sie sich von den Schlacken befreien können.
Sie kann Hautprobleme (Juckreiz, Ekzeme, Schuppenflechte) lindern. Die Samen im Spätsommer sind östrogenhaltig – gut für die Haare, aber nur bei Östrogenmangel.

Energetisch steht die Brennnessel für Aggression (lateinisch „aggredere“= im Sinne von „etwas angehen“, d.h. einen starken Willen haben, Selbstüberwindung, um das Alte – die seelischen Schlacken, die erstarrten Strukturen –
aufzubrechen, zu entfernen und dadurch Raum für Neues zu schaffen und wieder an Lebensenergie zu gewinnen.

Körperlich senkt auch der Giersch die Harnsäure im Blut, er ist eine sehr vitaminreiche Pflanze, enthält vor allem viel Vitamin C als auch Eisen, Kupfer und Mangan.
Seine Blüten sind der Lunge zugeordnet, sie können die Bronchien bei Husten entkrampfen.
Energetisch steht der Giersch für Robustheit, Vitalität, unbändige Lebenskraft.

Bärlauch(essen kann man Blatt u. Knospe) ist der Frühlingsbote Er enthält Schwefelverbindungen, die über die Nieren Schwermetalle ausleiten

schlechthin. können.

Körperlich kann er gegen Bluthochdruck, Kopfschmerzen(die von den Blutgefäßen ausgehen), Arteriosklerose, Gärprozessen im Darm mit Blähungen helfen.
Er wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze.
Energetisch regt er die Willenskräfte und den Tatendrang an.

Der lila blühende, kriechende Gundermann(gegessen wird Blatt u. Blüte) ist mit seinen Bitter- und Gerbstoffen ebenfalls ein Pflänzchen für die Frühjahrskur, körperlich regt er den Stoffwechsel nach dem langen Winter wieder an und entwässert. Er kann auch bei zu wenig Salzsäure im Magen gut tun. Durch seine ätherischen Öle ist er bei langwierigen, hartnäckigen Erkrankungen der Schleimhäute – Bronchitis, Asthma – aber auch bei Reizblase einsetzbar.

Energetisch beendet der Gundermann(oder die Gundelrebe) die Winterstarre, verkörpert Gelassenheit und bringt uns lebenserweckende Wärme und das Vertrauen auf die helfenden Naturkräfte.

Die Vogelmiere (essen der ganzen Pflanze) mit ihren sternförmigen Blütchen ist eine sehr ausdauernde Pflanze im Garten, weil sie bis in den Winter hinein wächst. Körperlich eine gute Vitamin-und Mineralienquelle in dieser Zeit(Kalium, Vit. C), gut für den Magen-Darm-Trakt wird sie v.a. auch bei Blähungen eingesetzt.
Energetisch steht sie für Hartnäckigkeit, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen.

Die Schafgarbe (essen kann man die gefiederten Blätter, Blüte für Tee) hat einen körperlichen Bezug zu Haut und Knochen, sie wirkt entzündungshemmend, fiebersenkend, schmerzstillend, blutstillend und aktiviert die Zellbildung im Knochenmark.
Sie kann eingesetzt werden bei Wechseljahres-Beschwerden oder bei hormonbedingten Kopfschmerzen(oft Östrogenmangel).
Sie reguliert die Verdauungsprozesse in Magen/Darm, Leber und unterstützt ausleitend Blase und Nieren.
Energetisch steht sie für die Befreiung von sozialen Sitten: Kennen Sie das? Die Angst- was werden die anderen sagen? Haben Sie den Mut, sich zu verwirklichen, trauen Sie sich, etwas anders zu machen. Die Schafgarbe bringt klar strukturiert die Energie zur Verwirklichung unserer Ziele – aber nicht durch Krieg – sondern durch die Liebe.

Das Gänseblümchen(gegessen werden Blüte und Blatt) steht für die tiefen Verletzungen von weichem Gewebe –Muskelzerrungen, Blutergüsse. Energetisch gesehen auch Verletzungen im seel. Bereich. (Wer kennt es nicht: Blättchen zählen: „ er liebt mich, er liebt mich nicht“ und dann Trost suchen.
Das Gänseblümchen ebnet uns den Boden, bringt die Ausdauer, Standhaftigkeit. Ein anderer Name ist „Maßliebchen“, d.h. dass es in der Liebe Maß hält, es dämpft wohl die überschießende Potenz – so wird geschrieben – bringt uns auf den richtigen Weg und lässt uns die Liebe zu uns selbst finden.
Eine andere Deutung von Maßliebchen ist das keltische Wort Más für „Anger“, das war früher ein Grasplatz im Dorf, auf dem die Gänse gehütet wurden und dort wuchs auch das Maßliebchen – das Gänseblümchen.

Guten Appetit beim Essen der Beikräuter!