Vitamin D – altes Vitamin in neuem Licht

Wussten Sie, dass unser Körper bei einem kurzen täglichen Sonnenbad Vitamin D produziert?
Das Vitamin D wurde jahrelang nur im Hinblick auf seine Funktion für den Calcium- und Knochenstoffwechsel betrachtet, aber es weist auch zahlreiche andere Wirkungen auf.
Ein Mangel an Vitamin D ist heutzutage weit verbreitet und kann bei vielen Patienten eine wesentliche Krankheitsursache sein. Obwohl der Körper selbst Vitamin D bilden kann, wird der Mangel oft nicht erkannt.
Ein Maß für die Einschätzung des Vitamin D Spiegels ist die Messung des Calcidiols, einer in der Leber gebildeten Vitamin D -Vorstufe im Blutserum. Die Wissenschaft hat gezeigt, dass der gesundheitlich optimale Vitamin D – Spiegel bei mindestens 40 – 100 ng/ ml liegen sollte.
(1000 Nanogramm = 1 Mikrogramm, 1000 Mikrogramm = 1 Gramm)

Dies ist auch der Bereich in dem sich das Risiko für Infekte, Herzerkrankungen und Krebs deutlich verringert. Bei den meisten Menschen liegt der Spiegel jedoch deutlich tiefer.
Tiere sind – auf Grund behördlicher Überwachung – oft besser mit Vitamin D versorgt als die Menschen.

Was ist nun das Vitamin D?

Das Vitamin D ist im eigentlichen Sinne kein Vitamin, sondern ein Hormon, da es mit Hilfe von Sonnenlicht(über die Haut aufgenommene UV–B Strahlen mit ca. 280 Nanometern)gebildet wird.
Es gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine ebenso wie die Vitamine E, D, K und A.
In der Nahrung kommt es ebenfalls vor.
Mit Hilfe der UV Strahlen entsteht in der Haut durch das Cholesterin eine Vitamin D – Vorstufe. Sie wird an Eiweiß gebunden, zur Leber transportiert und dort durch die Zellkraftwerke(Mitochondrien) in das Calcidiol umgewandelt, das im Blut zirkuliert und sozusagen den Vitamin D – Speicher bildet.
Weiter transportiert zur Niere, wird es dort mit Hilfe von Magnesium in die wichtigere Form, das Vitamin D – Hormon(Calcitriol) umgewandelt.

Welche Funktion hat das Vitamin D im Körper?

∙ Es reguliert die Aufnahme von Calcium und Phosphor im Darm und speichert

diese im Körper. Es baut somit Knochen, Gelenke und Zähne auf und

verhindert dadurch eine Knochenerweichung(Rachitis) oder einen Knochen-

schwund (Osteoporose) und somit auch die Gefahr der Knochenbrüchig- keit.

∙ Es kann Bluthochdruck sowie Herzerkrankungen verhüten, Kreislaufstörungen

beheben und Blutfette senken.

  • ∙  Es reguliert das Immunsystem, ist für die „Killerzellen“ notwendig undreduziert dadurch Entzündungen sowie Angriffe des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe(Autoimmun-Erkrankungen). Es hat eine positiveWirkung bei Allergien, Asthma, Lungenerkrankungen, chron. entzündlichen Darmerkrankungen, rheumatischer Gelenkentzündung und MS.
  • ∙  Vitamin D senkt durch Signalübertragung in den Zellen das Risiko für Krebserkrankungen v.a. von Brust, Darm, Prostata und Haut.
    Es regt Krebszellen zum Sterben an, indem es die Neubildung von Blut- Gefäßen im Tumor verhindert.
  • ∙  Es wirkt sich positiv auf die hornbildenden Zellen der Haut aus und ist wichtig bei Neurodermitis oder Schuppenflechte.
  • ∙  Die Eigenschaften auf die Muskulatur und Nerven sind in einer verbesserten Koordination und Zunahme der Muskelmasse zu sehen. Muskelkrämpfe entstehen gar nicht erst.
  • ∙  Die Psyche wird beeinflusst durch das Vitamin D, Stimmung aufgehellt, Schlafverbessert.
    Ebenso wird der Alterungsprozess hinausgezögert.∙ Für die Bauchspeicheldrüse reguliert es das Insulin.Wann sollte an einen Vitamin D – Mangel gedacht werden?

    Bei Symptomen wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, ständige Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen am ganzen Bewegungsapparat, Belastungsschmerzen, Muskelkrämpfe, Schwindel, Kopfschmerzen, nicht erholsamer Schlaf, kalte Füße und Hände, Nervosität, Lustlosigkeit, Allergien, ständige Infekte der Atemwege, Harnwege, Zuckungen im Augenbereich, an Armen und Beinen, Rachitis, Osteoporose, häufige Knochenbrüche, Sonnenallergie, Diabetes mellitus Typ 2 und bei Säuglingen auch Typ 1, Herz-Kreislauferkrankungen, Rheuma, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Autoimmun- Erkrankungen, Krebs! Natürlich können diese Beschwerden und Erkrankungen auch andere Ursachen haben!

    Schwangere, stillende Mütter, Kinder, Schichtarbeiter, Menschen, die sich komplett verhüllen, Patienten, welche bestimmte Medikamente einnehmen müssen, z.B. Epileptiker, haben immer einen erhöhten Bedarf an Vitamin D.

    Vitamin D Versorgung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Zufuhr von 200 IE oder 5 Microgramm für Erwachsene und 10 mcg oder 400 IE für Kinder und Senioren über die Ernährung.
(1 Internationale Einheit = 0,025 Microgramm).

Das scheint heute überholt zu sein. Eine Tagesdosis liegt je nach Autor zwischen 1500 und 5000 IE pro Tag. In diesem Bereich kann es auch noch nicht zu einer Überdosierung kommen. Therapeutische Dosen, zunächst zur Auffüllung der Speicher, liegen (unter ärztlicher Aufsicht und Blutkontrolle) noch höher.

Allein über die Ernährung kann der Bedarf heute nicht mehr abgedeckt werden.
Vitamin D reguliert den Calciumhaushalt. Unsere „Grundnahrungsmittel“ wie Weißmehl und auch Vollkornprodukte, Zucker, Fleisch, Wurst enthalten nur wenig Calcium bzw. ist die Verfügbarkeit schlecht, da das Calcium gebunden ist.(Calciumhaltige Mineralwässer) Durch säureüberschüssige Nahrung(Käse, Kuhmilchprodukte) wird viel Calcium wiederum über die Nieren ausgeschieden, bzw. kann unser Körper den Knochen Calcium entziehen(zur Enzymherstellung), um Milchprodukte abzubauen.

Um dies zu vermeiden, gilt es basenüberschüssig zu essen, d.h. Kartoffeln, Gemüse, Salate, Früchte.

Vitamin D ist in fettem Fisch wie Lachs, Makrele, Aal enthalten.
In IE gerechnet, etwa 600 IE pro 100 g. Ein Ei enthält 25 IE. Steinpilze enthalten 120 IE. Avocados 200 IE. In einem Esslöffel Lebertran, den wir als Kinder früher immer essen mussten, finden sich schon 1350 IE.
Leider enthält Lebertran zu viel Vitamin A, das in hoher Dosis schädlich ist.

Noch zu den Messeinheiten:
Vitamin D: 40 IE(Internationale Einheiten) = 1 μg(Microgramm)

1000 IE= 25 μg
Vitamin D-Spiegel im Blut: optimal 50 – 90 ng/ml(Nanogramm pro Milliliter)
(gemessen wird im Labor das 25-Hydroxy-Cholecalciferol, die Speicherform)

1 ng/ml = 1 μg/l = 2,5 nmol/l.(Nanomol pro Liter)
Dieser Test muss im Regelfall vom Patienten selbst bezahlt werden und kostet ca. 30 €.
Es reicht nicht aus, den Calcium-Spiegel im Blut zu prüfen, er kann normal sein, obwohl die Calciumaufnahme im Darm schlecht ist oder die Verluste über die Nieren groß sind. Der Körper greift die Knochenreserven an, um die Funktion von Muskeln und Nerven zu gewährleisten.

Die wichtigste Quelle überhaupt ist jedoch die Sonnenbestrahlung. Dabei müssen aber Sonnenbrand und Hautrötungen vermieden werden. Solarien sollten nur benützt werden, wenn sie zertifiziert sind und einen hohen UVB Anteil haben.

Bei direkter Ganzkörper- Sonnenbestrahlung von 15 min. in der Mittagszeit

im Sommer(in unseren Breitengraden) könnte der Mensch etwa 250 Microgramm oder 10.000 IE produzieren. Das macht keinen Sonnenbrand und auch keinen Hautkrebs!
Die Sonnenstrahlen sollten möglichst senkrecht auf die Haut auftreffen, d.h. in der Sommerzeit ca. um 13.00 Uhr können wir uns in den Garten legen.
Je höher der Sonnenstand desto größer ist die UVB Strahlungsintensität, desto größer der Vitamin D Gewinn. Jeden Sonnentag nützen, auch wenn es nur ein paar Minuten sind. In der Wohnung nur bei geöffnetem Fenster sonnen, denn Fensterglas lässt keine UVB Strahlung hindurch. Ein Sonnenbrand durch UVA ist jedoch möglich! Ist die Haut gerötet, war es schon zu viel!
Jedes Übermaß vermeiden. Die ersten Minuten sind die wertvollsten. Längeres Sonnenbaden unterlassen, denn UV Strahlung zerstört auch wieder einen Teil des Vitamin D und schädigt dann die Haut!
Maximal je 15 min. für Rücken und Bauch ist ausreichend. Sehr empfindliche Menschen beginnen mit je 5 min. Im Frühjahr oder Spätsommer ist die Zeit zu verdoppeln, da der Einfallswinkel der Sonne dann tiefer liegt.
Eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse(Karotin, Vitamin C und E haltig) trägt zu einem guten Hautschutz bei.
Keine Sonnenschutzmittel anfangs verwenden, denn diese unterbinden die Vitamin D Bildung. Ideal ist es, sich in der Natur draußen in der Nähe von Bäumen zu sonnen, da das Blattgrün die meisten schädlichen UVA Strahlen absorbiert und die UVB Strahlen in die Haut eindringen können.
Ein Sonnenbad auf dem Wasser oder Terrassenboden sind nicht so optimal, da hier die Strahlungsintensität von UVA sehr hoch wird durch die Reflexion. Dasselbe gilt auch für die Gletschertouren. Hier immer einen Sonnenschutz auftragen. Bekleidung lässt übrigens nur die schlechte UVA Strahlung durch, UVB wird zurückgehalten.
Da unser Gesicht der meisten Sonne ausgesetzt ist, empfiehlt es sich grundsätzlich einen Sonnenhut zu tragen, um die Hautalterung im Gesicht durch die UVA Strahlung so gering wie möglich zu halten.
Empfindliche Menschen und Kinder müssen sich vorsichtig und frühzeitig bereits ab April langsam an die Sonne gewöhnen.
Je dunkler die Haut, desto länger braucht sie, um Vitamin D herzustellen. Sehr dunkle Hauttypen brauchen ungefähr 6x so lange, um die gleiche Menge zu produzieren.
Im Winter ist der Sonnenstand zu tief, dadurch wird kein Vitamin D produziert.
In den Tropen und südlichen Mittelmeerländern sieht es dagegen anders aus.

Eine gute Calciumaufnahme ist bei einem Vitamin D –Spiegel von mindestens 40 Nanogramm pro Milliliter gegeben. Für den Schutz vor Krebserkrankungen sind über 55 ng/ml anzustreben.
Unzureichend sind Werte unter 12 ng/ml(oder als anderes Maß 30 nmol/l = Nanomol/Liter)

Vitamin D in Tablettenform muss bei einem Mangel zugeführt werden, hat aber nicht die gleichen Vorteile wie ein Sonnenbad, denn bei diesem entstehen im Körper auch noch Wohlfühlstoffe(Endorphine und Serotonin).

Symptome einer Überdosierung von Vitamin D

Übelkeit, hoher Calcium- und Phosphat-Spiegel im Blut, Herzrhythmusstörungen und Nierensteine, Verkalkungen von Lunge u. Nieren können auf eine Überdosierung hinweisen.
Vorsicht geboten ist auch bei bestimmten Erkrankungen und Einnahme von Medikamenten.
Die meisten Menschen weisen jedoch eher einen großen Mangel an Vitamin D auf.
Unser Körper produziert durch Sonneneinstrahlung nicht unendlich weiter Vitamin D. Ab der individuellen Maximaldosis zerfällt weiter entstehendes Vitamin D, sodass man durch die Sonne allein keine Überdosis an Vitamin D bekommen kann.
Mehr Sonne – aber immer mit Verstand – und zur Erhaltung evt. eine Grundversorgung an Vitamin D in Tablettenform wäre wünschenswert.

Hier können Sie Ihren Vitamin D Spiegel testen:     http://www.vitamindservice.de