Süßungsmittel und Süßstoffe unter der Lupe

Trinken Sie gerne eine Cola light wegen der Kalorien oder kauen einen Kaugummi ohne Zucker? Geben Sie Ihren Kindern lieber mit Süßstoff gesüßte Säfte wegen der Kariesgefahr?
Was viele nicht bedenken: diese „ungezuckerten“ Produkte können alle Arten von Süßstoffen enthalten, die dem Körper schaden.

Wer Kalorien einsparen will, greift häufig auf Süßstoffe zurück. Manche Untersuchungen zeigen jedoch, dass Personen, die Süßstoffe bevorzugen, eher mehr Energie aufnehmen- da der Appetit gesteigert wird und demzufolge eher zunehmen.

Futtermittelhersteller werben für ihre Mastmittel mit dem Slogan „Süßstoffe erhöhen Gewicht und Gewinn“! Süßstoffe sind in der Futtermittelverordnung als Aromen und appetitanregende Stoffe aufgeführt.

Bereits durch den süßen Geschmack des Süßstoffes setzt die Bauchspeicheldrüse das Insulin frei, noch bevor Süßstoff oder auch Zucker im Blut nachgewiesen werden kann. Folgt dem süßen Reiz nun kein Zucker, sondern ein Süßstoff, so sinkt der Blutzuckerspiegel durch das ausgeschüttete Insulin. Ein niedriger Spiegel löst nun wiederum ein Hungergefühl aus. Folge: es wird mehr gegessen. Auch die intensive Süße der künstlichen Süßstoffe erhöht bei Kindern die Geschmacksschwelle für süß, was den Verzehr von Süßigkeiten insgesamt fördert.
Eine bestimmte Tagesmenge an Süßstoff wurde von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) festgelegt. Sie soll als unschädlich gelten. Diese Werte beziehen sich auf Erwachsene und normales Trinkverhalten! Die Organe von Kindern arbeiten viel schneller und setzen mehr Energie und Nährstoffe um. Aus diesem Grund sollten Kinder auf keinen Fall Süßstoffe zu sich nehmen.

Hier ein kleiner Überblick über diese Stoffe.

Süßstoffe:

Süßungsmittel verleihen den Lebensmitteln einen süßen Geschmack und gehören nicht zu den Zuckerarten. Man teilt sie in Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe ein.

haben so gut wie keinen Nährwert und werden für kalorienreduzierte und kalorienarme Lebensmittel und Diabetikererzeugnisse verwendet. Ihre Süßkraft ist bis zu 2000-fach höher als die des Zuckers.
Von einem übermäßigen Verzehr von Süßstoffen wird abgeraten, da sie zu einer Gewöhnung an den Süßgeschmack führen. Darüber hinaus wird diskutiert, ob ein vermehrter Süßstoffkonsum zu Übergewicht führen kann.

Aspartam – mit E 951 als Lebensmittelzusatzstoff gekennzeichnet – ist ein synthetisch hergestellter Süßstoff und Geschmacksverstärker, in ca. 9000 Produkten enthalten, u.a. in Billig-Backwaren, Glasuren, Softdrinks, Kaugummi, Instant-Tee und Kaffee, Süßwaren und nicht zu vergessen auch in Medikamenten, z. B. in bestimmten Kalziumbrausetabletten!

Überall dort, wo „Light“, „Wellness“ oder „zuckerfrei“ draufsteht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Aspartam enthalten ist. Menschen, die an einer angeborenen Stoffwechselkrankheit (Phenylketonurie)leiden, dürfen es auf keinen Fall verwenden. Vermarktet unter dem Namen Candereel oder NutraSweet besitzt Aspartam die 200-fache Süßkraft von Zucker, schmeckt fast wie Zucker (im Gegensatz zu Saccharin oder Cyclamat). Bei der Verstoffwechselung zerfällt Aspartam in zwei Aminosäuren (Phenylalanin und Asparaginsäure) und Methanol, ein Alkohol, der u.a. in Formaldehyd zerfällt. Bei zu großem Konsum von Aspartam gesüßter Limo kann sich Phenylalanin im Gehirn anreichern. Folge: u.a. Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust, Stimmungsschwankungen.

Diskutiert aber immer wieder angefochten soll Aspartam zu den Krebs erregenden Stoffen gehören. Leider gibt es keine Studien, denen man wirklich vertrauen kann. Aus diesem Grunde, lieber Süßstoffe vermeiden und andere „Zuckerarten“ nur in Maßen genießen.

Acesulfam-K (E 950) auch ein Süßstoff und Geschmacksverstärker wird aus Acet-Essigsäure gewonnen und besteht u.a. aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel. 200-mal süßer als Zucker, wird vom Körper nicht verwertet und liefert keine Energie. Enthalten in Fischkonserven, Marmelade, Nuss-Getreidemischungen, Soßen, Gemüsekonserven, Zahnpasta, Mundwasser wie Aspartam auch. Gilt als unbedenklich, in manchen Berichten werden aber bei Mäusen Veränderungen des Erbgutes beobachtet!

Cyclamat (E 952) als Süßstoff u.a. auch in Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln ist 35-mal süßer als Zucker und wird oft mit anderen Süßstoffen gemischt, um den Geschmack zu verbessern. Es wird hergestellt aus Cyclohexylamin, das auch zur Herstellung von Unkrautvernichtungsmitteln verwendet wird und Amidoschwefelsäure, die zum Entkalken der Kaffeemaschine verwendet wird. Kann nicht zur Energiegewinnung hergezogen werden. Natriumcyclamat und Calciumcyclamat sind Salze einer Säure, die den Blutdruck steigern können.

Saccharin (E 954)
Das bereits 1878 entdeckte Saccharin war der 1. chemische Süßstoff. Hergestellt wird es aus Toluol, das dem Benzol ähnelt oder Phtalsäure, die auch zur Herstellung von Kunstfasern dient.
Es ist 500-mal süßer als Zucker, hat jedoch einen bitter-metallischen Geschmack. Es liefert keine Energie und wird oft mit anderen Süßstoffen kombiniert.

Neotam (E 961) ist der Nachfolger von Aspartam und wird aus diesem auch gewonnen. Es schmeckt zuckerähnlich und wird als Geschmacksverstärker eingesetzt. 7000- mal süßer als Zucker und 30-mal süßer als Aspartam. Daher kann der Süßstoff in deutlich geringerer Dosierung eingesetzt werden und liefert keine Kalorien. Neotam wird vielfältig zum Süßen von Speisen und Getränken verwendet und ist nicht kennzeichnungspflichtig, daher kann er überall beigemischt werden! Es wird behauptet, er wäre noch giftiger als Aspartam. Hergestellt wird er von Monsanto in USA.

Unabhängige Untersuchungen stehen noch aus!

Zuckeraustauschstoffe:

Thaumatin (E 957) ist ein Gemisch aus verschiedenen Eiweißen, das natürlicher Bestandteil der Samen des westafrikanischen Katemfe- Strauches ist. Die Süße von Thaumatin ist etwa 2.500-mal stärker als die des Zuckers. Sie setzt verzögert ein, hält aber lange vor und hat einen lakritzartigen Beigeschmack. Thaumatin hat darüber hinaus geschmacksverstärkende Wirkung. In der Lebensmittelindustrie wird der Süßstoff vor allem für energiereduzierte bzw. zuckerfreie Produkte eingesetzt. Im menschlichen Organismus wird Thaumatin in seine Bestandteile aufgespaltet und verwertet. Daher liefert der Stoff rechnerisch wie jedes Eiweiß Energie. Da Thaumatin jedoch wegen seiner starken Süßkraft nur in sehr geringen Mengen eingesetzt wird, leistet es keinen nennenswerten Beitrag zur Gesamtenergieversorgung und gilt als unbedenklich. Verbraucherschützer raten jedoch von zu häufigem Verzehr ab.

Stevia (E 960) das Süßkraut aus Südamerika liefert

seit Dezember 2011 auch hier in Lebensmitteln zugelassen ist. In Japan

ein Stoffgemisch, das

wurden Süßigkeiten bereits vor Jahrzehnten mit Stevia gesüßt! Bereits die

Blätter haben einen extrem süßen – lakritzähnlichen Geschmack. Wird das

grüne Chlorophyll aus den Blättern entfernt, schmeckt es besser. Stevia

ist ca. 400-mal süßer als Zucker und gut für Diabetiker geeignet. Am

besten lässt es sich in Tropfenform vorsichtig dosieren. Auch in

Tablettenform ist es erhältlich. Stevia hat allerdings im Gegensatz zu

Zucker keine konservierende Wirkung, d.h. damit gekochte Marmelade

sollte bald aufgebraucht werden.

GrooVia ist ein Stevia-Granulat, 4- fach süßer als Zucker, eine Streusüße

aus Stevia mit Erythritol als Trägersubstanz. Erythritol oder Erythrit

gehört zu den Zuckeralkoholen, hat auch den Geschmack von Zucker und

kommt auch im menschlichen Stoffwechsel vor. Es ist besser verträglich in

Bezug auf Blähungen als die anderen Zuckeralkohole.

GrooVia gibt es auch als Sticks.

Die neue Generation: Süße Peptide (Aminosäureverbindungen):

Brazzein, Monellin, Curculin, Pentadin und Mabinlin sind süße Eiweiße aus afrikanischen und asiatischen Pflanzen. Sie werden bei uns noch nicht verwendet. Es ist jedoch zu erwarten, dass auch diese natürlich vorkommenden Stoffe bald per Genmanipulation hergestellt werden.

Kurz erwähnen könnte man noch Agaven-, Birnendicksaft, Ahornsirup und Honig.

Sie beinhalten verschiedene Zucker, aber auch Mineralstoffe, Vitamine, Enzyme u.a., können als Süßmittel gegebenenfalls zum Süßen verwendet werden, fördern aber ebenso wie Zucker Zahnkaries und lassen den Blutzucker ansteigen, gefährlich können sie für Menschen mit einer Fruktoseunverträglichkeit werden, da sie sehr viel Fruchtzucker enthalten. 100 gr. süßen wie 150 gr. Zucker.

Zuckeralkohole (auch Zuckeraustauschstoffe):

haben eine etwas niedrigere Süßkraft als der „normale“ Zucker, allerdings auch einen geringeren Energiegehalt (rund 2,4 kcal/g) und daher weniger Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Außerdem können sie nicht von Kariesbakterien zu Karies hervorrufenden Säuren verstoffwechselt werden.

Verwendung: Man setzt sie gern für Diabetiker und für zahnfreundliche Produkte ein.
Bei Aufnahme von 10–20 g dieser Zuckeralkohole können Blähungen und Durchfälle auftreten. Produkte mit Zuckeralkoholen müssen deshalb den Hinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ tragen. Sorbit, Mannit und Isomalt haben die halbe, Xylit und Maltit die gleiche Süßkraft wie Haushaltszucker. Produkte, die mit Zuckeralkoholen gesüßt sind, dürfen laut Gesetz als „zuckerfrei“ bezeichnet werden und können anscheinend Karies entgegenwirken. Oft finden sich verschiedene Süßmittel auf der Verpackung angegeben, meist wegen des Geschmackes

Xylit (E 967) oder Xylitol enthalten ebenfalls Kalorien, lassen den Blutzucker aber kaum steigen. Xylit ist in Birkenholz, Gemüse und Früchten enthalten, das Herstellungsverfahren ist aufwendig. Inzwischen wird es auch aus Glucose hergestellt(kann unser Körper auch). Bei Bioprodukten ist die Gewähr eher gegeben, dass dazu kein genveränderter Mais benützt wird!

Sorbitol oder Sorbit (E 420) früher aus der Eberesche oder Kernobst gewonnen. Die industrielle Herstellung erfolgt aus Mais- und Weizenstärke. Sorbit wird auf der Basis von Glucose gewonnen. Sorbit ist auch ein Feuchthaltemittel.

Mannit (E 421) oder Mannitol. Der Name stammt von Manna, dem süßen Saft der Manna-Esche. Mannit wird in Braunalgen, Pilzen, Ölbäumen, Feigen und in der Lärche gefunden. Wird auch als Harn treibendes Mittel eingesetzt, da es von der Niere nicht verstoffwechselt wird.

Lactit (E 966) wird synthetisch aus Milchzucker (Laktose) gewonnen, hat eine stark abführende Wirkung.

Isomalt (E 953) wird aus Zucker (Saccharose) hergestellt, hat wenig Kalorien, schmeckt wie Zucker, ist aber halb so süß.

Maltit (E 965)

wird aus Maltose hergestellt, die man aus Maisstärke

gewinnt. Es handelt sich um einen rein süß schmeckenden Zuckeralkohol,

dessen Süßkraft etwa 60-90% von der des Haushaltszuckers entspricht

und liefert rund 2,4 kcal/g. Er wird auch als Feuchthaltemittel benützt.

Sucralose (E 955)

sehr eng mit dem Haushaltszucker verwandt und wird

durch chemische Umsetzungen mit Chlorverbindungen daraus hergestellt

– ähnlich wie DDT oder Lindan! Die Süßkraft ist etwa 600 mal stärker als

die der Saccharose, liefert aber keine Energie, da der Stoff im Körper nicht

verstoffwechselt werden kann. Norwegische Wissenschaftler konnten wohl

zeigen, dass die Sucralose doch nicht von Kläranlagen vollständig

abgebaut wird und auch Tieren und Pflanzen schaden kann, auch die

Darmflora kann sich verändern. Menschen, die gerade eine Chemotherapie

machen oder Herzmedikamente nehmen, sollten nach Ansicht der

Wissenschaftler auf den Konsum von Sucralose auf jeden Fall verzichten.

Sucralose ist ein Beispiel dafür, wie sich Zuckerhersteller auf veränderte

Konsumgewohnheiten anpassen – geht der Absatz von Zucker zurück, z.B.

durch Gesundheitswellen oder Diäten – suchen die Unternehmen ein

weiteres Standbein beispielsweise im Süßstoffmarkt.

Erythritol (E 968) wird aus Glucose und Saccharose mittels Pilzen

hergestellt. Wird zu 90 % über den Dünndarm aufgenommen und über die

Nieren ausgeschieden, daher macht es im Körper weniger Blähungen als

andere Zuckeralkohole.

Neohersperidin (E 959) ist ein Flavonon, ein sekundärer

Pflanzenfarbstoff, der in Zitrusfrüchten vorkommt und chemisch aus der

Schale von Grapefruits gewonnen wird. 600-mal süßer als Zucker. In

geringen Dosierungen wirkt dieser Stoff geschmacksverstärkend und ist

u.a. in Kaugummi, Halbfettmargarine, Eis verwendet.

Insgesamt kann gesagt werden, Süßstoffe sind eher gesundheitsschädlich.

Sie schneiden zwar bei den Zähnen besser ab, da sie Karies nicht fördern,

ob sie aber nicht zu vermehrtem Essen verleiten sei dahingestellt.

Zuckeraustauschstoffe sind evtl. besser, da sie den Blutzuckerspiegel nur

geringfügig beeinflussen und bei geringer Aufnahme auch wohl keinen

Schaden im Körper anrichten.

Kinder sollten grundsätzlich auf Getränke verzichten, die Süßstoffe oder

Zuckeraustauschstoffe enthalten, dafür frisches stilles Wasser trinken,

mehr frisches Obst oder auch getrocknete Früchte verzehren, um den

Süßhunger zu stillen.

Natürlich wird an Festtagen- wie z. B. Ostern oder an Geburtstagen auch

Süßes auf den Tisch kommen, danach sollte man es jedoch wieder

reduzieren.