Klassische Kosmetik – Naturkosmetik – Heilpflanzenkosmetik

Sei freundlich zu deinem Leib, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.

Teresa v. Avila, heilig gesprochene spanische Ordensschwester

Zieren und Pflegen des Körpers ist so alt wie die Menschheit selbst.

Der Ausdruck Kosmetik stammt von dem altgriechischen Wort kosméo ab und bedeutet „ordnen, schmücken“. Es bezeichnet die Körper-und Schönheitspflege, die Erhaltung, Wiederherstellung oder gar die Verbesserung der Schönheit des menschlichen Körpers.
Geschichtliches:
Erst um 1850 gelangte der Begriff Kosmetik von Frankreich aus in den deutschen Sprachraum. Bestimmte Substanzen, die Kosmetika, reinigen, stabilisieren, vitalisieren oder parfümieren die Haut, Nägel und Haare. Auch natürliche Methoden wie Kneippgüsse oder Saunagänge wirken „kosmetisch“. Die Grenzen zur Hygiene oder Wellness sind fließend.
Viele Produkte zielten auch früher darauf ab, die Alterung des Körpers weniger sichtbar zu machen.
Heute unterscheidet die Kosmetikindustrie zwischen pflegender Kosmetik(Creme. Lotion, Shampoo, Zahnpasta) und dekorativer(färbender) Kosmetik(Make-up, Mascara, Lidschatten, Lippenstift).
Bemalen von Gesichtern, Lippen, Wangen, Haaren und Nägeln waren schon in sehr frühen Kulturen üblich, sowohl bei Männern als auch bei Frauen(Ägypten, Indianer, afrikan. Völker).

Dampfreinigungen wurden durchgeführt, Kauen von Kräutern und zahlreiche Öle, Fette, Salben, Essenzen und Schminke(Henna, Zinnober, Ocker, Kajal oder Indigo) benutzt.
Der röm. Arzt Galenus von Pergamon begründete den wissenschaftl. Zweig der Zubereitung von Arznei und Kosmetika. Bekannt ist seine Kaltcreme aus Rosenwasser, Olivenöl und Bienenwachs.

Das frühe Mittelalter verdammte die Kosmetik als heidnisch. Frauen, die sich bemalten, gerieten in den Verdacht, eine Hure zu sein.
Im Islam wurde insbesondere die Duft- und Parfümindustrie ausgebaut(Rosenöl).
Erst in der Renaissance, etwa im 16.Jhd. gewinnt die Kosmetik wieder an Bedeutung. Puder, Parfüm und Perücken kommen in Mode.

1927 sind die Kosmetika im Lebensmittelgesetz verankert worden. Kosmetikrichtlinien traten 1976 in Kraft. Heute müssen die Hersteller auf die gesetzlich zulässigen Kennzeichnungsvorschriften achten(Herstelldaten, Haltbarkeitsdaten, Chargencodierung, Verwendungszweck, Warnhinweise, Sicherheitsbewertung und Inhaltsstoffe).

Inhaltsstoffe von Kosmetika:
Es gibt sogenannte Basisstoffe, dazu zählen Fette, Öle, Vaseline.
Wirkstoffe wie Vitamine, Milchsäure, u.a. und Hilfsstoffe wie Antioxidantien, Duftstoffe
und Emulgatoren, das sind Hilfsstoffe, die dazu dienen, zwei nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie z.B. Öl und Wasser, zu einem fein verteilten Gemisch(Emulsion) zu vermengen und zu stabilisieren
Die Mindestanforderung für Bio – oder Naturkosmetik lautet:
Sie muss frei sein von Erdölprodukten(Silikone, Paraffine), sie darf keine synthetischen Farben und Düfte enthalten(Moschusverbindungen), Formaldehyd, synthet. Konservierungsmittel(Parabene). All dies darf in der klassischen Kosmetik enthalten sein!

Alle Inhaltsstoffe werden nach ihrer Konzentration in abnehmender Reihenfolge aufgelistet in einer internationalen Nomenklatur für Kosmetika(INCI). Das heißt der Stoff mit der größten Menge steht an erster Stelle.

Inhaltsstoffe, die mit weniger als 1% enthalten sind, müssen nicht aufgelistet werden!
Farbstoffe werden am Ende mit einer CI- Nummer aufgelistet.
Zum Schutz einer Rezeptur können Inhaltsstoffe auch über einen 7-stelligen Code aufgeführt werden, z. B. ILN5643.

Für den Verbraucher ist es fast unmöglich zu überprüfen, ob ein Produkt das Etikett
„Natur“, „Bio“ oder „natürlich“ auch verdient. Oft wird ein Artikel als „natürlich“ angepriesen, bloß weil er nur ein einziges pflanzliches Öl enthält, das evt. auch noch raffiniert ist! (Raffinierung bedeutet Wärmebehandlung und evt. Lösungsmittelzufuhr).

Kontrollierte Naturkosmetika haben z.B. das Prüfzeichen des BDIH(Bundesverband dt. Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren u. Körperpflegemittel)
oder das ECO – Control –Siegel.
Zentraler Punkt der Richtlinien des BDIH ist der Verzicht auf hautreizende Inhaltsstoffe wie synthetische Farb-, Duft- u. naturfremde Konservierungsstoffe oder gentechnisch
veränderte Rohstoffe. Als Farbstoffe sind Chlorophyll(Pflanzengrün), Henna- Extrakte(Pflanzenrot) und Carotine(natürliche rot-gelbe Farbstoffe, die in Pflanzen vorkommen) erlaubt.

Der Konservierung kommt eine besondere Bedeutung zu: das Produkt soll keimfrei sein – auch nach längerer Anwendung. Hier werden in der klassischen Kosmetik vor allem Alkohole eingesetzt. In der Naturkosmetik sind es Alkohol, ätherische Öle oder kolloidales Silber. Zulässig ist hier auch Sorbinsäure(Vogelbeere) und Benzoesäure(Beeren, Früchte). Als Emulgatoren sind Stoffe erlaubt, die aus Naturstoffen wie Fetten, Ölen, Wachse, Lezithin(Soja), Lanolin(Schaf- Wolle)gewonnen werden. Paraffine und Vaseline(=Petrolatum) bis zu 10% in der Fettphase sind zulässig.

(Vaseline wird aus Rückständen bei der Erdöldestillation gewonnen, Melkfett besteht aus Vaseline).
In der Heilpflanzenkosmetik wird kein Alkohol verwendet.
Umweltgerechte Herstellungsverfahren, umweltverträgliche, recyclingfähige Verpackung und nachwachsende Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau oder aus Wildsammlung sind selbstverständlich.

Seit März 2009 sind in der EU auch Tierversuche für kosmet. Stoffe verboten, wobei jedoch 90% der Inhaltsstoffe für Kosmetika unter die Chemikalienverordnung fallen!! Für diese sind bis 2013 Tierversuche erlaubt!

Was ist der Unterschied zwischen klassischer Kosmetik, Naturkosmetik und Heilpflanzenkosmetik?

In der klassischen Kosmetik und der Naturkosmetik ist der Hauptbestandteil gereinigtes Wasser(Aqua), oft zwischen 70 und 90 % des Inhalts, d.h. der Verbraucher bezahlt für 90% Wasser im Produkt! Aqua steht in der Zutatenliste dann an erster Stelle! Wasser perlt auf der Haut ab, dringt nicht in die Zellen ein und bringt somit auch keine Feuchtigkeit in die Haut.
In der Heilpflanzenkosmetik ist der Hauptbestandteil reiner Aloe Vera Bio Ursaft. Die 3-5 jährigen Blätter dieser Pflanze werden von Hand geerntet und ausgeschält.
Aloe Vera Bio Ursaft zieht aufgrund seiner Viskosität(Fließfähigkeit) rasch in die Haut ein und versorgt die Zellen mit einem Komplex reichhaltiger, natürlicher Mikronährstoffe. Je höher der Anteil an reiner Aloe – desto besser ist die Hautverträglichkeit und die Regenerations-und Pflegekraft.

Heilpflanzenkosmetik ist frei von Alkohol, der in der klass. Kosmetik als preiswertes Konservierungsmittel dient und oft in der Naturkosmetik auch noch vorhanden ist. Alkohol(Weingeist, Äthylen) zerstört langsam über Jahre hinweg den natürlichen Schutzfilm der Haut, trocknet aus, macht einen Juckreiz und kann zu allergischen Reaktionen führen.

Heilpflanzenkosmetik ist frei von Zitronensäure(oder synthetisch hergestellter Ascorbinsäure. Diese wird heute meist mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen wie Schimmelpilzen hergestellt = GMO Vitamin C/ Ascorbinsäure).

Heilpflanzenkosmetik ist frei von Mineralölprodukten(Paraffin, Vaseline = Petrolatum). Erdölderivate bilden einen wasserunlöslichen Film auf der Haut und zerstören den Säureschutzmantel.
Heilpflanzenkosmetik ist frei von gentechnisch veränderten Zutaten. Für jedes Produkt werden umfangreiche Tests aber keine Tierversuche durchgeführt.

Heilpflanzenkosmetik ist auch frei von sogenannten PEG’s(PolyEthylenGlycol, Polyglycol, Polysorbat, PPG). Das sind Emulgatoren, Alkoholverbindungen, welche die Haut durchlässiger machen und somit Schadstoffe in den Körper einschleusen können.
Auch Emulgatoren die auf „eth“ enden wie Ceteareth, Pareth oder Laureth sollten empfindliche Menschen meiden.

Formaldehyd wie Dioxane, DMDM, Bronopol, Diol haben in Heilpflanzenkosmetik nichts zu suchen genauso wie Halogenorganische Verbindungen (mit Silben wie „bromo“, „jodo“, „chloro“).
In Heilpflanzenölen kommen alle Antioxidantien natürlicherweise vor.

In der Heilpflanzenkosmetik werden nur natürliche Produkte zur Konservierung zugelassen. Sie ist frei von Parabenen, das sind Stoffe, die Bakterien und Pilze abtöten und auch im Körper weiterhin jegliche Enzymaktivität verhindern! (Anderer Name dafür ist PHB- Ester, Metagin, Nipagin, Nipasol, Propagin, Parahydroxybenzoat, Oxybenzoat und Hydroxybenzoesäure /- benzoat).
Jegliche Enzymaktivität, die in kosmetischen Pflegeprodukten stattfinden sollte, wird so verhindert. Die Konservierungskraft ist so stark, dass sie im menschlichen Körper weiterhin wirkt und hier die normale Enzymaktivität behindert, was zu Problemen führen kann, da jeder Lebensprozess auf Enzymaktivität beruht.

Kosmetik betreiben heißt:
Die Haut reinigen, pflegen, cremen (ab 25 Jahren beginnt der Alterungsprozess), mit Nährstoffen versorgen, Giftstoffe ausleiten, damit keine Allergien kommen können und den Organismus in Balance bringen. Auch bei der dekorativen Kosmetik sollte gut auf die Inhalts- stoffe geachtet werden.
Nehmen sie Ihre Kosmetikprodukte einmal genauer unter die Lupe und lesen Sie vor allem die kleingedruckten Inhaltsstoffe auf der Verpackung!