Der Holunder(Sambucus nigra)

Kennen Sie die „Apotheke des armen Mannes?“
So wurde früher im Volksmund der Holunder genannt!

Der Holunder ist eine sehr anspruchslose Pflanze, die sich in Gesellschaft des Menschen am wohlsten fühlt. Er sät sich überall selbst aus und war früher in jedem Hausgarten zu finden. Im Volksglauben wohnen die guten Hausgeister in dem baumartigen Busch. Die Germanen sahen im „Hollerbusch“ die Göttin Holda, die für Haushalt, Fruchtbarkeit und die Erde zuständig war. Das Märchen der Gebrüder Grimm, „ Frau Holle“ erzählt ebenso von dieser Figur, die Gold und Pech regnen ließ – wer weiß, vielleicht waren damit die Holunderblütensternchen und die Holunderbeeren gemeint, deren Flecken kaum zu entfernen sind.

Die Heilwirkung des Holunders ist erstaunlich vielseitig. Seine Hauptanwendung liegt in der Behandlung von Erkältungskrankheiten, fieberhaften Infekten, die ohne Schweiß ablaufen. Hartnäckige Verschleimung, chronische Nasennebenhöhlenentzündung sowie der Raucherhusten sprechen gut auf Holunder an. Hierbei kann man eine Urtinktur, Saft oder Tee verwenden.

Die cremfarbenen Holunderblüten, die im späten Frühjahr geerntet werden, wirken getrocknet als Tee schweißtreibend, fiebersenkend, schleimlösend und schmerzlindernd, sie helfen durch Immunstimulation mit fiebrigen Grippeinfekten besser fertig zu werden (besonders in Kombination mit Lindenblüten!). Holunderblütentee fördert den Bronchialschleim und verdünnt ihn, das hilft hervorragend bei trockenem, schmerzhaftem Husten. Bei Rheuma, starkem Schwitzen und Schlaflosigkeit kann der Tee ebenfalls eingesetzt werden.

Die ätherischen Öle der Blüten enthalten viele freie Fettsäuren. Daher wirkt das Öl der Blüten entzündungshemmend, regt Leber und Galle sowie Blase und Nieren an.

Jetzt im August/September werden die reifen, schwarzen Holunderbeeren geerntet. Sie sind wahre Vitamin – C Bomben. Überdies sind sie reich an Vitamin B und A, Kalium, Kalzium und Phosphor. Dadurch können die Beeren den Cholesterinspiegel senken und die Eisenaufnahme des Körpers verstärken. Das ist aber noch nicht alles. Die Beeren enthalten viele Gerbstoffe, Farbstoffe (Flavonoide), die als freie Radikalenfänger im Körper wirken, entzündungshemmend sind und auch bei Schmerzen hilfreich sind. Sogar bei Schwermetallvergiftungen setzt die Medizin auf die Hilfe der Holunderbeeren. Aus den rohen Beeren wird ein Saft gekocht, aus getrockneten Beeren kann auch ein Tee zubereitet werden.

Achtung: In den rohen Holunderbeeren und Blättern befindet sich das giftige Sambuconigrin, eine Blausäure. Diese darf man nicht essen! Das kann zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen. Die Beeren müssen gekocht werden. Als Saft, Marmelade, süßes Mus oder Gelee sind die Beeren aber von großem Nutzen und vielfältiger Heilkraft. Holundersaft

kann auch zur Behandlung von Nervenschmerzen wie Trigeminus- und Ischiasnerv, Kopf- und Zahnschmerzen eingenommen werden.

Der gekochte Saft kann leicht erwärmt pur oder verdünnt in Tee oder Wasser getrunken werden.

Am Geschmack scheiden sich freilich die Geister. Die einen lieben den Geschmack, anderen ist er zu dominant. Die Blüten dagegen sind ein feiner Genuss.

Die zerkleinerten Blätter werden zusammen mit Leinöl 3 Wochen lang angesetzt. Hierbei entsteht das sog. Grüne Holunderöl zur äußerlichen Anwendung bei Entzündungen.

Energetischer Aspekt des Holunders:

Auf der seelischen Ebene bringt uns der Holunder die Reifung, das Erwachsenwerden, die Übernahme von Verantwortung aber auch den Schutz.

Der Holunder kann in spagyrisch aufbereiteter Form alte Programme und die negative Energie aus unseren Zellen löschen. Er programmiert sie neu, bringt uns zu freier Entscheidung, zu Neutralität, verbunden mit Bewusstseinswerdung. Er schützt uns vor allen körperlichen, seelischen und energetischen Einflüssen und passt sowohl zu ängstlichen als auch zu sensiblen Menschen. Er hilft, ein Problem zu lösen und

seinen eigenen Weg zu finden.
Der Holunder reinigt die Erde und dynamisiert die anderen Pflanzen. Traditionell bringt er Glück und schützt vor Missgeschick. (Literaturangaben beim Verfasser)
Rezept für Holunderblüten-Sirup mit Honig:

Im nächsten Frühjahr: 20 Blütendolden in Schale einschichten, mit 2 in Scheiben geschnittenen Zitronen belegen und mit 1 Glas Honig übergießen. 5 Tage zugedeckt kühl stellen, täglich etwas durchmischen. Dann absieben und in dunkle Fläschchen füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Gemischt mit Wasser, auch mit wenig Kohlensäure, ein erfrischendes alkoholfreies Sommergetränk! Nicht sehr lange haltbar.

Rezept für Holunderbeeren-Gelee:

500 ml Holunderbeeren-Saft (Dampfentsaften oder aufkochen und durch ein Tuch abfiltern). Etwas pürierte Birnen dazugeben, 250 gr. Gelierzucker oder andere Alternativen, Saft v. 2 ungespritzten Zitronen, etwas abgeriebene Schale v. der Zitrone, evt. 1 TL Zimt hinzugeben.

Alles zusammen aufkochen und gut 4 Minuten lang sprudelnd kochen. Dann wird das Holunderbeeren-Gelee in Marmeladengläser gefüllt.

Rezept für Holunderbeeren-Likör:

1 Handvoll Holunderbeeren in ein großes Glas füllen, 2 Essl. Zucker und wenig Zimt in eine Tasse geben, mit 1 Tasse Holundersaft auffüllen, umrühren. Den ganzen Tasseninhalt über die Beeren im Glas gießen, mit 3⁄4 l 40% Schnaps auffüllen(Haltbarkeit) und mind. 6 Wochen zugedeckt an einem warmen Ort ziehen lassen. Danach abfiltern u. in Flaschen abfüllen.

Viel Spaß jetzt beim Sammeln der Beeren.